Climate Chance Europe Afrique: Die Kreislaufwirtschaft im Mittelpunkt der euro-afrikanischen Klimastrategien

Am 1. April war die Stadt Marseille Gastgeber des Gipfeltreffen „Climate Chance Europe Afrique“, ein internationales Referenztreffen, das sich den gemeinsamen Klimaproblemen beider Kontinente widmet. Institutionen, Gebietskörperschaften, Unternehmen, NGOs und Experten kamen zusammen, um ihre Visionen auszutauschen und konkrete Hebel für Maßnahmen gegen den Klimanotstand zu identifizieren.

Zu den Höhepunkten des Gipfels gehörte eine strategische Podiumsdiskussion mit dem Titel „Die strategische Rolle der Kreislaufwirtschaft“, bei der ein noch zu wenig strukturierter Aspekt der Klimapolitik beleuchtet wurde: die Verringerung des Ressourcenbedarfs und die Umwandlung von Abfällen in Sekundärrohstoffe.

Bei dieser Gelegenheit sprach Jean-Baptiste Sandoz, Gründer von Company Project, französischer Botschafter des Klimapakts der Europäischen Union und Experte für Kreislaufwirtschaft, über einen industriellen, territorialen und systemischen Ansatz für Kreislaufwirtschaft.


Die Kreislaufwirtschaft als zentraler Hebel der Klimapolitik

Die Diskussionen führten zu einer gemeinsamen Feststellung:
Auch wenn der Klimawandel oft unter dem Gesichtspunkt der Energieerzeugung betrachtet wird, bleiben die Kontrolle der Materialflüsse und die Reduzierung des Ressourcenverbrauchs weitgehend ungenutzt.

In diesem Zusammenhang erscheint die Kreislaufwirtschaft als strategischer Hebel, mit dem mehrere wichtige Herausforderungen gleichzeitig bewältigt werden können:

  • Reduzierung des CO2-Fußabdrucks,
  • Versorgungssicherheit,
  • lokale Wertschöpfung,
  • Aufbau nachhaltiger Industriezweige,
  • und Widerstandsfähigkeit der Gebiete.

Ein besonders relevanter Ansatz für die Beziehungen zwischen Europa und Afrika, die mit gemeinsamen Herausforderungen in Bezug auf Wachstum, Urbanisierung und Ressourcenknappheit konfrontiert sind.


Eine industrielle und territoriale Vision der Kreislaufwirtschaft

Bei der Podiumsdiskussion wurde betont, dass es notwendig sei, über eine theoretische oder rein regulatorische Sichtweise der Kreislaufwirtschaft hinauszugehen und zu einer operativen industriellen Logik überzugehen, die auf konkreten und messbaren Projekten basiert.

Die Diskussionen konzentrierten sich insbesondere auf folgende Themen:

  • Aufbau lokaler Abfallverwertungsketten,
  • die Umwandlung von Materialien in Sekundärrohstoffe,
  • Kompetenzaufbau und Ausbildung in neuen Berufen,
  • und die territoriale Verankerung industrieller Lösungen.

Dieser pragmatische Ansatz ermöglicht es, den ökologischen Wandel, die wirtschaftliche Entwicklung und den sozialen Zusammenhalt in Einklang zu bringen und gleichzeitig die Abhängigkeit von Rohstoffimporten zu verringern.


Ein wichtiger Moment für die Botschafter des Europäischen Klimapakts

Botschafter des Europäischen Klimapakts – Sandoz Jean-Baptiste

Der Gipfel „Climate Chance Europe Afrique“ war auch geprägt von einem Treffen der Botschafter des Europäischen Klimapakts, das den Austausch bewährter Praktiken und die Konvergenz europaweiter Initiativen förderte.

Diese Diskussionsrunden unterstrichen die Bedeutung lokaler, reproduzierbarer und messbarer Lösungen, die den europäischen Klimazielen gerecht werden und gleichzeitig an die regionalen Gegebenheiten angepasst sind.


Der strukturierende Beitrag des INEC

Diese Dynamik wurde durch die Anwesenheitvon Emmanuelle Ledoux, Generaldirektorin desInstitut National de l’Économie Circulaire (INEC), bereichert, die einen strukturierenden Einblick in die Herausforderungen der Ressourcenbewirtschaftung, der Kreislaufwirtschaft und der Kohärenz der öffentlichen Politik gab.

Seine Teilnahme hat die Vorstellung bekräftigt, dass die Kreislaufwirtschaft eine strategische Säule des ökologischen Wandels darstellt, vorausgesetzt, sie wird auf regionaler Ebene konzipiert und in langfristige Industriestrategien integriert.


Company Project, eine Vision im Einklang mit den globalen Herausforderungen

Mit seinen Projekten fügt sich Company Project nahtlos in diese Dynamik ein. Die Umwandlung von Abfällen in Ressourcen, die Entwicklung innovativer industrieller Lösungen und die Ausbildung für die Berufe von morgen veranschaulichen einen Ansatz der Kreislaufwirtschaft als Instrument für Souveränität, Resilienz und internationale Zusammenarbeit.

Diese Vision steht im Einklang mit den Zielen des Europäischen Klimapakts, der konkrete Initiativen fördert, die messbare ökologische, wirtschaftliche und soziale Auswirkungen haben können.


Fazit

Der Gipfel „Climate Chance Europe Afrique“ hat bestätigt, dass die Kreislaufwirtschaft kein Randthema der Klimapolitik mehr ist.
Sie hat sich mittlerweile als zentraler strategischer Hebel etabliert, an der Schnittstelle zwischen klimatischen, industriellen und territorialen Herausforderungen.

Durch seine Teilnahme an dieser Podiumsdiskussion in Marseille und seinen Beitrag zum Austausch zwischen Experten, Institutionen und Botschaftern des Klimapakts brachte Jean-Baptiste Sandoz eine pragmatische und systemische Vision der Kreislaufwirtschaft ein, die einem gemeinsamen Klimawandel zwischen Europa und Afrika dient.

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